Keine lebenden Geschenke unterm Weihnachtsbaum
„Ein Tier bereichert das Familienleben. Die Entscheidung muss aber wohl überlegt sein.
Ein Vierbeiner ist schließlich kein Kinderspielzeug, das man bei Nichtgefallen umtauschen kann,
sondern ein Lebewesen mit Bedürfnissen, das respektvollen Umgang verdient“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Gemeinsam sollten Eltern und Kinder sich gewissenhaft überlegen, welche Bedürfnisse zum Beispiel Hunde, Katzen, Kaninchen oder Wellensittiche haben. Sie sollten sich bewusst sein, dass ein Tier Pflege, Fürsorge und vor allem viel Zeit benötigt.
Nichts spricht dagegen, ein Tier aufzunehmen. Wichtig ist, dass alle beteiligten Personen damit einverstanden sind, und dass die Bedürfnisse des neuen Freundes bekannt und in den Alltag integrierbar sind. Auch der Zeitpunkt der Übernahme will gut überlegt sein. Für ein Tier, das sich in eine neue Umgebung eingewöhnen soll, können gerade die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr puren Stress bedeuten. Damit Mensch und Tier sich in aller Ruhe aneinander gewöhnen können, sollte man also viel Zeit zur Verfügung haben.
In diesem Sinne, frohe Weihnachten - hoffentlich ohne lebende Geschenke!
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Ein Tier ist kein Geschenkartikel |
Dicht drängen sich Puten in der industrialisierten Haltung. Denn was später als knuspriger
Braten serviert wird, hat meist einen langen, leidvollen Weg hinter sich. Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. Die knapp elf Millionen Puten, die in Deutschland gehalten werden, fristen ihr Dasein fast ausschließlich in Intensivhaltung. Zu Tausenden auf engstem Raum zusammengepfercht, ohne Platz für arteigenes Verhalten wie Picken, Sandbaden und Gefiederpflege. Der Verband appelliert daher an Verbraucher, auch beim Weihnachtsessen den Tierschutz nicht außer Acht zu lassen.
„In der industriellen Putenhaltung werden wirtschaftliche Erwägungen höher gestellt als der Schutz der Tiere. Statt die Haltungssysteme den Bedürfnissen der Puten anzupassen, werden diese auf eine artwidrige Haltung zurechtgestutzt", beschreibt Dr. Brigitte Rusche, Leiterin der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes, die Lage in den Putenmast-Agrarfabriken.
Die hohen Besatzdichten verursachen Verschmutzungen der Einstreu, die zu tiefgreifenden schmerzhaften Fußballenentzündungen und Entzündungen an der Brust, sogenannte Brustblasen, führen. Die nicht artgerechte Haltung führt zudem zu Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus. „Das allein ist ein Skandal. Aber dass man Puten prophylaktisch einen Teil des hochempfindlichen Oberschnabels amputiert, um diese Verhaltensstörungen zu verhindern, setzt der Tierquälerei die Krone auf", so Dr. Rusche weiter. Erschwerend kommen zuchtbedingte Probleme des Bewegungsapparates hinzu: Verdrehungen der Beine infolge des hohen Gewichtes verursachen Schmerzen, der Großteil der Tiere leidet unter Fortbewegungsproblemen, zum Teil können die Tiere überhaupt nicht mehr laufen. Hilflos, oft bei Kontrollen unentdeckt, sterben die Tiere irgendwann qualvoll.
Die konsequenteste Haltung, um Tierleid zu verhindern, ist eine vegetarische Lebensweise. Aber auch dann, wenn sie nicht ganz auf Fleisch verzichten wollen, können Verbraucherinnen und Verbraucher mit bewusstem Kaufverhalten dazu beitragen, dass die Haltung der Puten und der Umgang mit den Tieren verbessert werden.
Tiergerechte Putenhaltung ist möglich
Puten, die nach den Richtlinien des NEULAND-Vereins oder nach den Bio-Vorgaben gehalten werden, haben Auslauf ins Freie und im Stall deutlich mehr Platz. Zum Teil werden dort auch robuste Putenrassen (z.B. Bronzeputen) eingesetzt, die keine zuchtbedingten Probleme des Bewegungsapparates haben, vital und widerstandsfähig sind.
Quelle: Deutscher Tierschutzbund