Chinchilla:
Chinchillas sind mittelgroße Nagetiere aus Südamerika und nahe Verwandte der Agutis, Wasserschweine und Meerschweinchen. Wegen ihrem dichten und weichen Fell wurden sie durch Pelz-Jäger fast ausgerottet und werden auch heute auf Farmen gezüchtet.
Langschwanzchinchillas werden seit 1965 in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als "Critically Endangered" (vom Aussterben bedroht) geführt.
In freier Wildbahn dienen ihnen Höhlen, Felsspalten oder auch selbstgegrabene Baue als Unterschlupf. Chinchillas sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie leben in Gruppen zusammen, deren Größe von einigen wenigen bis zu mehreren hundert Tieren variieren kann.
Lebenserwartung: 15 - 22 Jahre
10-15 Jahre in freier Wildbahn
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Geschlechtsreife: mit 4 - 5 Monaten
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Körperlänge: 25 - 35 cm
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Trächtigkeitsdauer: 111 Tage
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Schwanzlänge: 15 - 20 cm
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Wurfgröße: 1 bis 4
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Gewicht: 400 - 1000 Gramm
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Geschlechtsreife: mit 4 - 5 Monaten
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Körpertemperatur: 36,5 - 38,5 °C
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Trächtigkeitsdauer: 111 Tage
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Herzfrequenz: 200 - 240/min
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Wurfgröße: 1 bis 4
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Atemfrequenz in Ruhephase: 80 - 120/min
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Anzahl der Würfe pro Jahr: bis zu 3
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Chinchilla als Heimtier:
Durch ihren Schlafrhythmus sind Chinchillas die idealen Haustiere für berufstätige Menschen. Wenn Sie von der Arbeit kommen, wird das Tier gerade munter. Allerdings muss man sich darauf einstellen, dass Chinchillas deswegen vor allem in der Nacht Geräusche machen.
Auch werden sie nicht so zahm und zutraulich, wie etwa ein Meerschweinchen. Sie besitzen einen ausgeprägten Willen, der respektiert werden muss. Generell sind Chinchillas keine Kuscheltiere, somit also für Kinder eher ungeeignet.
Haltung:
Chinchillas sollten nicht als Einzeltier gehalten werden! Man sollte sie aber auch nicht mit Hasen, Meerschweinchen oder Vögeln zusammen setzen, denn diese sind tagaktive Tiere, was ein Chinchilla in seinem Lebensrhythmus extrem stören würde. Hamster sind zwar nachtaktiv, sind jedoch absolute Einzelgänger, was auch sie für die gemeinsame Haltung ausschließt.
Auch Haustiere außerhalb des Käfigs sind nicht unbedingt verträglich mit dem Nager. Chinchillas sind sehr sensibel und so auch sehr empfindlich gegenüber Geräuschen (bellenden Hunden, zwitschernden Vögeln) vor allem, wenn diese den Schlafthythmus stören. Bei Katzen ist vorher abzuklären, ob diese ein Chinchilla nicht als Beutetier ansehen! Ansonsten sind Chinchillas sehr umgänglich, was andere Tierarten betrifft, solange die Rückzugsmöglichkeiten gegeben sind.
In den Käfig selbst sollte man nur Artgenossen setzen. Hierbei ist das Zusammenbringen von einem (kastrierten) Männchen und einem Weibchen meist problemlos. Weibchen untereinander vertagen sich in der Regel auch gut.
Zwei Männchen können sich verstehen, aber selbst in Familienverbänden werden mitunter männliche Nachkommen ausgeschlossen. Daher sollte man sich nur zwei Männchen holen, wenn diese bereits in der Vergangenheit problemlos zusammengelebt haben. Auch hier gilt, dass jeweils Rückzugsräume vorhanden sein sollten.
Ernährung:
Der natürliche Speiseplan der Chinchillas ist eher mager, deshalb brauchen diese Tiere in Gefangenschaft viele Ballaststoffe, um gesund zu bleiben.
Das Grundfutter besteht aus Chinchilla-Pellets (Zoofachhandel) und trockenem, gut abgelagertem Heu. Beides sollte den Tieren neben frischem Wasser und dem Chinchilla-Sand jederzeit ausreichend zur Verfügung stehen.
Natürlich darf es zwischendurch auch ein paar Leckerchen geben, wie bspw. ein kleines Stück Apfel oder Karotte, einzelne Rosinen oder Erdnüsse, getrocknete Hagebutten, Mais und Haferflocken. Man sollte aber nicht zuviel davon geben, da es sonst zu Verstopfung, Durchfall und vor allem Fettleibigkeit kommen kann.
Wie die meisten Nager fressen auch Chinchillas ihren eigenen Kot. Damit nehmen sie hauptsächlich Vitamin B und Vitamin K auf, welche sich erst im Blinddarmkot durch die langsame Gärung bilden.
Pflege:
Chinchillas sind sehr reinliche Tiere. Um ihr Fell sauber und weich zu halten, benötigen Chinchillas täglich ein Sandbad. Hierfür ist unbedingt spezieller Chinchilla-Bade-Sand zu verwenden. Vogelsand o.ä. kann das empfindliche Haarkleid der Chinchillas zerstören. Auch dürfen Chinchillas nicht nass werden. Ihr Fell bietet bei Nässe keinen Kälteschutz mehr, was u.U. zur Erkältung führen kann, die nicht selten den Tod nach sich zieht.
Chinchillazähne wachsen ständig nach und müssen deshalb abgewetzt werden, damit es nicht zu Missbildungen kommt. Dies hat nicht nur optische Gründe, sondern das Tier kann mit Zahnfehlstellungen nicht mehr richtig fressen.
Das beste Nagematerial sind Heu und Äste von Hartholzbäumen (Apfel, Haselnuss, Johannisbeere). Nagersteine dürfen nur angeboten werden, wenn das Tier nicht zu intensiv an ihnen nagt. Durch das enthaltene Calcium kann es bei starker Aufnahme schnell zu einer Überversorgung führen, die schwere Krankheiten auslöst.
Käfig:
Chinchillas benötigen einen Käfig mit verzinkten, unlackierten (!) Gitterstäben oder Maschendraht, der mindestens 100 x 50 x 150 cm (Länge x Breite x Höhe) groß sein sollte und nicht in direkter Sonne oder Zugluft stehen darf.
Im Käfig sollten unbehandelte Holzbretter und Äste (von ungespritzen Obst-, Weiden- oder Haselnussbäumen) auf verschiedenen Ebenen zum Sitzen, Klettern und Springen angebracht werden. Tonröhren (Durchmesser ca. 15 cm, Länge ca. 20 cm) aus dem Baumarkt werden gern als Schlafhaus genutzt.
Die Einstreu sollte nur spezielle Kleintierstreu aus dem Zoohandel sein, da dieses Holz nicht chemisch behandelt wurde. Der Sand wird täglich gesiebt und nach Bedarf 1x wöchentlich gewechselt. Übrigens sollte man den Sand nicht durchweg im Käfig belassen, da er sonst gern als Toilette missbraucht wird.
Als Futternapf eignen sich schwere Ton- oder Keramiknäpfe, aber auch Edelstahlnäpfe zum Anhängen am Käfiggitter, die man mit Draht am Gitter fixieren kann. Die Trinkflasche sollte außerhalb des Käfigs angebracht sein, um ein Benagen zu verhindern.
Für das Heu sollte eine Heuraufe vorhanden sein, damit das Heu nicht auf den Boden fällt. Man kann auch hier Tonschalen oder ein Weidenkörbchen verwenden.
Einen Salzleckstein und einen Kalkstein kann man in den Käfig hängen oder legen, sind aber bei einer ausgewogenen Ernährung nicht notwendig.
Auslauf:
Auch der größte Käfig kann nicht den nächtlichen Auslauf in der Wohnung ersetzten, der mehrere Stunden täglich gewährleistet sein sollte! Aber Vorsicht - Chinchillas sind Nagetiere und knabbern gern an Möbeln, Kabeln und Tapeten! Wer damit nicht leben kann, sollte auf Chinchillas verzichten.
Gefahren:
Da sich Chinchillas nicht erziehen lassen, ist es besonders wichtig, die Wohnung sicher zu machen, da es sonst zu schweren Verletzungen bzw. sogar zum Tod des Tieres kommen kann.
Hierfür sollte man folgende Vorkehrungen treffen:
- Kabel verdeckt verlegen oder in Kabeltunneln sichern (Stromschlag, Verbrennungen)
- Pflanzen beim Auslauf außer Reichweite stellen (Magenkrämpfe, Vergiftung)
- Fenster beim Auslauf geschlossen halten (Knochenbrüche oder Quetschungen)
- andere Haustiere beobachten oder wegsperren (Bissverletzungen, Schock oder Tod)
- gefüllte Badewannen, Eimer oder Schüsseln verschlossen halten (Ertrinken)
- bei heißer Herdplatte Küche verschlossen halten (Verbrennungen)
- Schränke verschlossen halten (bekommt vor allem dem Schrankinhalt besser)
- kein gebeiztes und lackiertes Holz verwenden (Vergiftung durch Benagen)
- vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, Temperaturen über 24°C vermeiden (Hitzschlag)
- kein Kontakt mit Wasser/Regen (Erkältung, steife Gliedmaßen, Tod)
Kosten:
Die Anschaffungskosten für ein Tier können je nach Farbe und Bezugsquelle zwischen 15 € und weit über 500 € liegen. In den Tierhandlungen liegen die Preise im Schnitt bei ca. 50 €.
Für den Käfig, sowohl selbstgebaut als auch gekauft, kann man mit ca. 70 € rechnen. Die Einrichtung des Käfigs schlägt nochmal mit ungefähr 50 € zu Buche, so dass sich die Anschaffungskosten insgesamt auf etwa 200 € belaufen.
Im Gegensatz zu den relativ hohen Anschaffungskosten sind die Unterhaltungskosten gering, sie belaufen sich pro Monat und Tier auf ca. 15 €.
Auch bei vorbildlicher Haltung können Chinchilas krank werden. Die Kosten hierfür variieren je nach Tierarzt und Krankheit sehr stark, daher sollte ein Geldpolster von 200 Euro bereit gehalten werden.