Was Sie bei der Haltung eines Welpen beachten sollten:

Die Hinweise des Tierschutzbundes Greifswald können Fachliteratur, Hundeschulen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Hundehaltern auf keinen Fall ersetzen, sollen aber einige Anregungen zu Ihrer Erziehungsstrategie geben.

Der richtige Zeitpunkt für einen Welpen

Die günstigste Zeit für die Übernahme eines Welpen vom Züchter liegt in der Regel nach der 8. Woche. Eine Trennung von der Mutter ist auch laut der Tierschutz-Hundeverordnung frühestens zu diesem Zeitpunkt möglich, es sei denn, der Tierarzt hält aus gesundheitlichen Gründen eine frühere Trennung für erforderlich. Ein seriöser Züchter übergibt Ihnen das Jungtier entwurmt und geimpft. Stellen Sie Ihren Welpen dennoch kurz nach der Übernahme vom Züchter einem Tierarzt vor. Klären Sie den weiteren Impfplan ab.

Die ersten Eindrücke im neuen Heim

Lassen Sie Ihrem Hund die Ruhe, sich in seinem neuen Heim umzusehen. Denken Sie daran, bisher war der Welpe keine Minute von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt. Diese Rollen müssen Sie nun übernehmen. Gestatten Sie es Ihrem Hund, die Trennung leichter zu überstehen, räumen sie ihm für die Nacht einen Platz neben Ihrem Bett ein. Richten Sie sich darauf ein, daß die ersten Nächte unruhig werden und Sie hin und wieder mit dem Hund hinaus müssen, damit er sein Geschäft erledigen kann. Schnell wird er lernen, durchzuschlafen.

Stubenreinheit

Die Regel: nach dem Aufwachen, Fressen, Trinken, Spielen muß Ihr Kleiner hinaus, um sich möglichst auf weichem Untergrund (z.B. Rasen) zu erleichtern. Loben Sie ihn für jedes erfolgreiche Geschäft überschwenglich. (Wenn sich ihre Nachbarn besorgt nach ihnen umsehen, haben sie es richtig gemacht.)
Lassen Sie Ihren Welpen in der Wohnung nicht aus den Augen. Winselt er oder wird er unruhig, setzen Sie ihn hinaus. Das kann zunächst stündlich sein. Passiert dennoch ein Malheur, bleiben Sie ruhig. Bestrafen Sie Ihren Hund nicht. Lassen Sie bitte die Unsitte, Ihren Welpen als Bestrafung in sein Pfützchen zu drücken. Beharrlich hält sich bei vielen Hunde"freunden" die Gewißheit, der Hund wisse schon, was er angestellt hat. Glauben Sie, er weiß es nicht, wenn Sie ihn nicht gerade dabei "erwischen". In Sachen Stubenreinheit brauchen Sie - wie übrigens auch in anderen Bereichen der Hundeerziehung - vor allem: Geduld und Konsequenz.

Was Ihr Welpe braucht ....
Erfahrungen, Erfahrungen, Erfahrungen


Warten Sie nicht - wie immer noch häufig zu hören ist - mit der Erziehung darauf, daß Ihr Hund ein halbes Jahr alt geworden ist. Die Grundlagen für die Erziehung Ihres Hundes werden in den ersten 16 Lebenswochen gelegt (Prägungsphase). In dieser Zeit formen die täglichen Erfahrungen und Kontakte das Verhalten Ihres Vierbeiners. Lassen Sie Ihren jungen Hund an allem teilhaben, was Ihr Leben ausmacht (Kontakt mit Kindern, Busfahrten, Einkauf im Kaufhaus, Restaurantbesuch, Straßenlärm, andere Tiere usw.). Was Sie jetzt versäumen, läßt sich später nur schwer nachholen. Verschaffen Sie Ihrem Welpen viele Kontakte zu Artgenossen - so oft es geht auch ohne Leine.

Besuch einer Welpenschule In der sozialen Gruppe (am besten in einer Welpenschule) lernen die Welpen die erforderlichen Feinheiten des Umgangs mit anderen Tieren.
Leider gibt es in Vorpommern nicht viele Möglichkeiten, eine Welpen- oder Hundeschule zu besuchen.

Einen Welpen/jungen Hund in einen getrennten Raum zu sperren, ist für diesen eine ungeheure Belastung und nicht artgerecht. Ersparen sie ihm diese Erfahrung. Er wird es Ihnen mit einer engen Bindung danken.

Hunde, die reiz- und kontaktarm aufwachsen, haben Schwierigkeiten, mit ihrer Umwelt zurecht zu kommen. Hunde müssen Erfahrungen sammeln, damit sie sich angemessen untereinander verständigen können.

Noch ein Hinweis: Verlassen Sie sich nicht auf den vielbeschworenen Welpenschutz. Welpen, die ihr Hundebenimm nicht ausreichend gelernt haben, können von erwachsenen (gut sozialisierten) Hunden durchaus grob zurechtgewiesen werden. Vom Welpen gezeigte Unterwerfungsgesten stimmen ältere Tiere jedoch oft milde.


Gute Bücher zum Thema:

Die Bücher können in der Stadtbibliothek bzw. in der Umweltbibliothek (Makarenkostraße 53) ausgeliehen werden.