Kastration:

Die Hinweise des Tierschutzbundes Greifswald können Fachliteratur und den direkten Erfahrungsaustausch mit Tierärzten und anderen Katzenhaltern auf keinen Fall ersetzen!

Alljährlich vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst werden die Tierschützer vom
Tierschutzbund Greifswald und Umgebung e.V. mit unzähligen ungewollten Katzenwelpen
aus Privathaushalten eingedeckt. Durch unkontrollierte Vermehrung werden viel mehr Katzen geboren als von Tierfreunden aufgenommen werden möchten. Was soll mit den "überzähligen" Tieren geschehen? Die Welpen blockieren Notaufnahmeplätze, die für verletzte, gefundene oder anderweitig in Not geratene Tiere gedacht waren. Zahllose Katzenwelpen werden jährlich ausgesetzt oder getötet.
Dies würde nicht geschehen, wenn mehr Tierhalter ihre Katzen kastrieren lassen würden. Eindringlich appelliert der Tierschutzbund deshalb an alle:

Kastration zum richtigen Zeitpunkt!
Lassen Sie Kater und Kätzinnen vor Eintritt der Geschlechtsreife kastrieren! Kätzinnen können schon mit 6 Monaten rollig werden; der erste Wurf ist dann mit 8 ½ Monaten möglich. Die Geschlechtsreife bei Katern beginnt ab dem 5./6. Lebensmonat. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über den richtigen Zeitpunkt der Kastration.

Ein einziges Katzenpärchen kann innerhalb von 7 Jahren über 170.000 Nachkommen hervor-bringen, selbst wenn man sicherstellt, das sich alle Katzen nur ein Jahr lang fortpflanzen und dann kastriert werden. [aus: Geliebte Katze, 6/2000]

Geboren, um zu sterben: Dieses Katzenbaby, zusammen mit seinen Geschwistern im Alter von wenigen Tagen ausgesetzt und dem Hungertod preisgegeben, konnte vom Tierschutzbund nicht mehr gerettet werden. Es starb trotz Pflege rund um die Uhr.

Das Töten des ungewollten Katzennach-wuchses ist laut Tierschutzgesetz verboten!

Es ist übrigens ein weit verbreiteter Irrglaube, daß Kätzinnen vor der Kastration einmal geworfen haben sollten. Dies ist nicht notwendig. Langjährige Erfahrungen zeigen, daß die Katzen weder gesundheitliche noch soziale Entwicklungsstörungen haben.

Was geschieht bei der Kastration?

Die Kastration ist für die Tiere ein unproblematischer Eingriff. Beim Kater werden die Hoden, bei der Kätzin die Eierstöcke bzw. die Gebärmutter entfernt. Es entsteht eine wenige Zentimeter große Wunde, die innerhalb weniger Tage verheilt.

Andere Verhütungsmethoden:

Diese müssen jedoch regelmäßig über Jahre verabreicht werden. Die operative Methode ist einmalig und im Hinblick auf Nebenwirkungen vorzuziehen.

Kastration von Katern:

Viele Katerbesitzer lehnen die Kastration ihrer Tiere ab, denn so würde ihnen ja der "Spaß" genommen. Das ist für den Tierschutzbund nicht nachvollziehbar.

  1. ist der menschliche Spaß nicht mit dem tierischen Fortpflanzungstrieb vergleichbar.
  2. sind geschlechtsreife Kater wegen ihres unsteten Lebens (ständiges Durchstreifen ihrer großen Reviere) durch den Autoverkehr hochgradig gefährdet.
  3. werden durch diesen "Spaß" zwangsläufig (denn bei den Kätzinnen erfolgt der Eisprung beim Deckakt) Jungtiere geboren, deren Schicksal sich meistens zwischen Ertränkt werden, Verhungern, Überfahrenwerden oder der Abgabe im Tierheim oder in der Katzenstation abspielt.
  4. können auf diese Weise mehrere, zum Teil tödliche Krankheiten wie Leukose oder Katzen-AIDS übertragen werden - spätestens dann ist für alle der Spaß vorbei.

Freilebende Katzen:

Logo der Stiftung

Die Öffentlichkeitsarbeit des Tierschutzbundes Greifswald und Umgebung e.V. zur Kastration freilebender Katzen wird gefördert von der Norddeutschen Stiftung Umwelt mit Erträgen aus der BINGO Umweltlotterie.

eine KatzeWürden alle Katzenhalter ihr Tier rechtzeitig kastrieren lassen, hätten wir sie bald nicht mehr: die Katzenplage. Denn streunende Katzen sind ein "menschgemachtes" Problem: Unkastrierte, ausgesetzte und verwilderte ehemalige Hauskatzen pflanzen sich unkontrolliert fort. Diese verwilderten Katzen sind nicht mit Wildkatzen zu verwechseln, die es bei uns gar nicht mehr gibt. Daher ist auch die Meinung, die Natur sollte die Verbreitung der streunenden Katzen regeln, nicht haltbar. Verwilderte Katzen haben mit Natur nichts zu tun. In Städten und Gartenanlagen wird den Jungtieren oft ein unerlaubtes Ende bereitet. Die Tiere werden häufig überfahren, sterben an Wunden und Krankheiten oder verhungern, weil sie auf ein Leben in der "Freiheit" nicht eingerichtet waren. Dennoch werden so viele Welpen geboren, daß die Zahl der freilebenden Katzen auf lange Sicht zunimmt.

Unser Appell an Tierfreunde, die Futterstellen betreuen:

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